Das Grundstück weist durch seine Lage eine sehr spezifische Charakteristik in einer städtebaulich heterogenen Umgebung auf.

An zwei Seiten ist es von Lärm und Infrastruktur umspült, verfügt jedoch über die Möglichkeit nach Osten hin ein übergeordnetes „grünes Netz“ auszubilden. Der Entwurf greift das Thema des Verwebens und Verbindens auf und setzt es in Form von in einer Parklandschaft ruhenden Solitären um. Die Solitäre sprechen eine klare Sprache in Bezug auf das heterogene Umfeld und ermöglichen eine klare Adressbildung.

Beim Betreten des Areals taucht man über die Platzflächen in das neue Quartier ein. Der Platzbereich dient als Entrée für die Bewohner. In seiner Gestalt wechselt er zwischen befestigten, begrünten und bepflanzten Bereichen und bietet eine hohe Aufenthaltsqualität. Hier öffnet sich das neue Quartier welches zur Gänze autofrei gestaltet ist. Eine vielfältige Durchbewegung bildet die „Lebensadern“ des neuen Quartiers. Es wird durchlässig gestaltet und öffnet sich zum angrenzenden Stadt- & Naturraum. Westseitig werden beim Entrée die gewünschten Stellplätze situiert.

Ziel des Entwurfes ist es, den verkehrserschlossenen Raum auf ein notwendiges Minimum zu beschränken. Die Zufahrt für den motorisierten Verkehr erfolgt an der dafür vorgesehenen Position. Die Abfahrt in die Tiefgarage erfolgt unmittelbar im Nahbereich der Einfahrt. Durch eine versetzte Anordnung der Baukörper werden visuelle Verbindungen innerhalb des Quartiers als auch zur Umgebung generiert. Die Gebäudehöhen des Quartiers werden einheitlich mit vier Geschossen ausgebildet.

Die beiden Hof-Gebäude werden vom Platzbereich über großzügige gedeckte Eingangsbereiche erschlossen. Danach gelangt man über eine Treppe in den um fünfzig Zentimeter höher gelegenen halböffentlichen Innenhofbereich von wo aus den Wohnungen erschlossen werden. Jede der Wohnungen verfügt über einen ihr zugeordneten Außenbereich entweder mit Loggia und umlaufenden Balkon oder wie die Wohnungen im Hochparterre in Form privater Gärten, welche durch die erhöhte Lage über eine gute Distanzierung zum öffentlichen Grünraum verfügen. Bei den beiden Wohngebäuden werden im Nahbereich der Eingänge jeweils Gemeinschaftsräume vorgesehen welche von den Bewohnern als Gemeinschaftsküche, Bewohnerkino oder Multifunktionsräumen genutzt werden können. Auch Doppelnutzungen wie Bewohner-Café und Bewohner-Waschsalon sind vorstellbar und erwünscht.

# Holzwohnbau

Adresse Ziehrerstraße 75 und 77, 8041 Graz

Auftraggeber ENW Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH

Planungsbeginn 2019

Nutzung Wohnen

Anmerkungen 2019 Wettbewerb

BGF 5.578 m2

NNF 4.275 m2