Max-Mell-Allee
Kategorie: Holzbau, Studien / Wettbewerbe, Wohnen
Fertigstellung: 2017
Anmerkung:
  • Wettbewerb 1. Preis

IDEE

 

Die Anforderungen dieses speziellen Orts führen zu einer kompakten Gebäudeform. Als bestimmendes Merkmal wird das Gebäude als Angelpunkt verstanden. Die Erschließung befindet sich im gemeinsamen Innenhof, sämtliche Wohnungen sind durchgesteckt und somit 2-seitig belicht- und belüftbar, sämtliche privaten Bereiche partizipieren an der herausragenden Rundumsicht des Bauplatzes am Fuße des Rosenhains.

 

STÄDTEBAU

 

Die Gebäudegeometrie lässt die äußeren Ecken etwas zu den Grundstücksgrenzen abrücken. Dadurch öffnen sich Bereiche am Grundstück und zu den angrenzenden Nachbarn. Durch das Abrücken werden zwei Bereiche zum Außenraum hin besonders artikuliert:

 

Das tiefer gelegene südseitige Ankommen bildet die offizielle Adresse. Dort entsteht ein urbaner Vorplatz, der mehr Möglichkeiten als den schlichten Zugang bietet. Durch den Überstand des Hauses und die Öffnung in Richtung Westen ergibt sich ein spannender Vorplatz und eine Ankommenssituation, die über die Treppe und Treppenauge eine Sichtverbindung in den höher gelegenen zentralen Innenhof bietet.

Der höher gelegene, im Osten in den Grünraum auslaufende Bereich, ist nur mehr für die Anwohner, und hier speziell für Fußgänger, spielende Kinder, ankommende Radfahrer, Kinderwägen etc. gedacht. Hier verfließt die Grenze zwischen dem Innenhof und dem angrenzenden Naturraum, wie auch die Grenze zwischen Innen und Außen. Genau an dieser Schwelle ist der Gemeinschaftsraum situiert.

 

BEREICHE UND ZONEN

 

Durch die Form des Gebäudes entsteht ein optimales Verhältnis der Aussenfassade zur Belichtung sämtlicher Aufenthaltsräume. Mittels Kombination von Loggien und Balkon sind bei jeder Wohnung großzügige individuelle Aussenräume vorgelagert. Raumhohe Verglasungen und Terrassentüren aus allen Aufenthaltsräumen erzeugen ein großzügiges Raumgefühl. Durch die zweiseitig orientierten Wohnungsgrundrisse entstehen zwei Aussenbereiche mit unterschiedlichen Freiraumqualitäten. Die gemeinschaftliche Erschließung mit zentralem Hof erzeugt ein inneres soziales Zentrum.

 

Es entwickeln sich folgende Bereiche und Zonen:
Der urbane Vorplatz – westseitig orientiert und durch das Gebäude natürlich überdacht, bildet Westterrasse, Hauptzugang und Adresse. Der Platzbereich ist als offener und kommunikativer Treffpunkt für intern und extern artikuliert. Der offene Innenhof bildet den sozialen Treffpunkt der Bewohner. Im Erdgeschoss an der Schwelle zum Naturraum befindet sich der Gemeinschaftsraum. Im Anschluss an den Naturraum befindet sich der Kinderspielplatz im ruhigen östlichen Teil des Grundstücks.

 

KONSTRUKTIONSSYSTEM UND ORIENTIERUNG

 

Die sternförmig angeordnete Schottenbauweise mit Achsabständen bis zu sechs Metern ergibt die optimale Spannweite für das tragende System in Holzmassivbauweise. Die Wohnungsgrundrisse liegen ident übereinander und ermöglichen so ein effizientes Tragsystem und gebäudetechnische Installation. Dadurch erlaubt das System Wandscheiben, die im Wohnungsinneren in Holz-Sicht-Qualität belassen werden können. Durch die beidseitig belichtbaren Wohnungszuschnitte verläuft der Lichteinfall entlang dieser Holzoberfläche und erzeugt mit einfach und konsequent eingesetzten Mitteln einen hoch qualitativen Innenraum. Weiters erlaubt das Abtragen durch die Schotten eine nicht belastete Aussenfassade. Somit sind Öffnungen bis hin zu raumhohen Verglasungen frei wählbar und gestaltbar.